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Dollar -9%: Steht der größte Währungs-Irrtum vor der Auflösung?
Zusammenfassung:Der US-Dollar steht wieder im Kreuzfeuer. „Dollar-Entwertung“, „Währungscrash”, „Ende des Greenback – solche Schlagworte machen aktuell die Runde. Der Dollar hat sich zwar zuletzt etwas erholt, doch auf Jahressicht liegt der handelsgewichtete Dollar-Index (DXY) immer noch rund 9 % im Minus.
Der US-Dollar steht wieder im Kreuzfeuer. „Dollar-Entwertung“, „Währungscrash”, „Ende des Greenback – solche Schlagworte machen aktuell die Runde. Der Dollar hat sich zwar zuletzt etwas erholt, doch auf Jahressicht liegt der handelsgewichtete Dollar-Index (DXY) immer noch rund 9 % im Minus. Für viele ist das der Beweis: Der Absturz hat begonnen.
Doch genau hier setzt ein nüchterner Gegenentwurf an – und der passt so gar nicht zur Panik-Stimmung.
Google schreit „Dollar-Entwertung – die Märkte bleiben ruhig
Auffällig ist vor allem eines: In den USA explodieren die Google-Suchanfragen nach „Dollar debasement. Die Angst ist real, die Nervosität hoch. Doch laut CIBC-Chefökonom Avery Shenfeld ist genau das ein Warnsignal – allerdings nicht für den Dollar, sondern für überhitzte Erwartungen.
Sein Argument ist simpel und brutal logisch: Wenn der Dollar wirklich kollabieren würde, wäre das längst sichtbar.
Nicht in Foren. Nicht bei Gold-Fans. Sondern dort, wo das große Geld entscheidet: bei US-Staatsanleihen.
Wo bleibt der Anleihen-Crash?
Eine echte Dollar-Krise hätte klare Folgen: Investoren würden fluchtartig US-Staatsanleihen verkaufen. Die Renditen würden explodieren. Vertrauen wäre weg.
Doch genau das passiert nicht.
Die Anleihemärkte zeigen keinerlei Anzeichen einer panischen Abkehr von Dollar-Anlagen. Für Shenfeld ist das der entscheidende Punkt:
Ohne Bond-Flucht keine echte Dollar-Entwertung. Punkt.
Gold steigt – aber nicht wegen des Dollars
Viele Anleger schauen reflexartig auf Gold. Steigt Gold, muss der Dollar fallen – so die alte Regel.
Doch diese Gleichung funktioniert seit der Pandemie nicht mehr.
2024 ist dafür das beste Beispiel: Gold zieht stark an, während der Dollar zeitweise ebenfalls hoch steht.
Die Botschaft ist klar: Der Goldpreis ist aktuell kein verlässlicher Indikator mehr für die Gesundheit der US-Währung.
Wer Goldkäufe automatisch als Dollar-Alarm interpretiert, zieht laut Shenfeld die falschen Schlüsse.
Fed bleibt ruhig – trotz politischem Lärm
Ein weiterer Punkt, der gegen ein Horror-Szenario spricht, ist die Geldpolitik. Die Federal Reserve zeigt sich auffällig gelassen.
Keine hektischen Zinssenkungen, keine Notfallmaßnahmen, kein Kontrollverlust.
Zwar gibt es aus der Politik immer wieder Stimmen, die einen schwächeren Dollar begrüßen würden – vor allem wegen möglicher Exportvorteile. Unter Donald Trump ist diese Rhetorik nichts Neues.
Doch CIBC geht davon aus, dass das geldpolitische Entscheidungsgremium der Fed wirtschaftliche Fakten klar über politische Wünsche stellt.
Solange das so bleibt, fehlt ein zentraler Treiber für eine unkontrollierte Dollar-Abwertung.
Was wirklich hinter der Dollar-Schwäche steckt
Statt Crash-Szenario liefert CIBC eine deutlich unspektakulärere Erklärung: Der Dollar war lange überbewertet. Der Rückgang ist vor allem eine Rückkehr zum Mittelwert – sogenannte Mean Reversion.
Kein Systembruch. Kein Währungsuntergang. Sondern Normalisierung.
Was bedeutet das jetzt für dich als Anleger?
Ja, Diversifikation bleibt sinnvoll. Niemand sagt, du sollst alles auf den Dollar setzen. Aber: Die große Wette auf den Dollar-Kollaps ist aktuell nicht datenbasiert.
Wer jetzt auf einen schnellen Mega-Gewinn durch Dollar-Entwertung hofft, baut sein Investment auf Angst – nicht auf Fakten.
Fazit: Viel Lärm, wenig Substanz
Der Dollar schwächelt, ja. Aber von einem Absturz sind wir weit entfernt. Keine Panik an den Anleihemärkten. Keine geldpolitische Eskalation. Keine harten Beweise für eine echte Entwertung.
Die Angst ist laut. Die Daten sind leise – und genau deshalb solltest du ihnen mehr Aufmerksamkeit schenken.
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